2019 mach ich’s noch besser

Peu à peu habe ich mich in den vergangenen Jahren einem nachhaltigeren Lebensstil genähert. Mein Bewusstsein um Nachhaltigkeit ist ebenso gewachsen, wie das Wissen und Erfahrungen, wie ich nachhaltiger handeln kann. Viele Konsumentscheidungen treffe ich heute zugunsten der ökologischeren und sozialen Alternative. Ich fahre täglich und auch bei Schnee und Eis mit dem Rad zur Arbeit und nutze für längere Strecken die Bahn oder Carsharing. Was ich alles schon verdammt gut mache, könnt ihr in meiner Recap aus dem letzten Jahr nachlesen.

Das aber

Trotzdem gibt es einige Baustellen, die ich noch nicht angepackt habe. Dabei handelt es sich gar nicht mal um Unüberwindbares, sondern vor allem um alltägliche Gewohnheiten. Routinen. Dinge, von denen man weiß, dass sie eigentlich einfach zu ändern sind. Dinge, die gewissermaßen zum 1×1 eines nachhaltigeren Lebensstils gehören. Ich mache mich also nicht ohne Scham nackig, in dem ich im Folgenden aufzähle, wo ich mein persönliches Öko-Karma in diesem Jahr noch aufbessern möchte.

Es soll aber nicht bei einer bloßen To Do Liste bleiben, die nach einigen Beiträgen von Seite 1 dieses Blogs verschwunden ist. Wann immer ich eine Herausforderung gemeistert habe, werde ich meine Erfahrungen hier ergänzen. Mein Ziel: Wöchentlich gehe ich eine der Challenges an. Wer mag, macht mit!

1) Endlich Ökostrom

Herausforderung Nummer 1 ist die mir wohl unangenehmste – insbesondere da, wie ich feststellte, der Wechsel des Stromanbieters kaum 5 Minuten unserer wertvollen Zeit in Anspruch nimmt. Ich habe mich für Lichtblick entschieden – dem aktuell auf dem deutschen Markt größten Anbieter von Ökostrom. Neben diesem Fakt hat mich auch die Social Media Präsenz und Bewerbung von Louisa Dellert überzeugt. Entsetzt stolperte ich nur einen Tag nach Vertragsabschluss über einen Artikel, nachdem Eneco, der niederländische Konzern zu dem Lichtblick gehört, möglicherweise von dem Ölkonzern Royal Dutch Shell übernommen werden soll. Ob ein sofortiger Wechsel bei einer Übernahme tatsächlich sinnvoll ist, werde ich im Fall der Fälle hier diskutieren.

Randnotiz: Einen interessanten Kommentar zu „konventionellen Konzernen“ die grüne Produkte/Marken/Unternehmen übernehmen kann man zum Beispiel auf serintogo lesen. Auf Utopia findet man eine Liste mit „echten“ Ökostromanbietern.

3) Konsequent Verbrauchsprodukte aus Plastik, mit solchen aus abbaubaren Materialien ersetzen

Meine Bestandsaufnahme sieht gar nicht so schlecht aus: Ein Rasierhobel (Merkur über Manufactum, 50 Euro) und eine Bambuszahnbürste (Hydrophil, 3,90 Euro) sind bereits im letzten Jahr eingezogen, Zahnseide (über Waschbär, 8,50 Euro) in diesem. Für Tampons nutze ich nun schon seit Jahren die Menstruationstasse. Aber für die schwachen Tage möchte ich noch eine Alternative zu Slipeinlagen finden. Waschbare Einlagen oder saugfähige Menstruationsunterwäsche? Ich tendiere zu ersteren.

Auch an Verpackungen für Pflegeprodukte versuche ich zu sparen und nutze inzwischen vor allem festes Shampoo – das gibt es inzwischen selbst beim nächsten Drogerie- oder Biosupermarkt. Trockenshampoo kommt nun auch nicht mehr in die Einkaufstüte, das mache ich selbst. Zahnputztabletten statt Paste aus der Tube möchte ich noch versuchen und freue mich über Produktempfehlung.

Davon abgesehen sehe ich im Badezimmer für mich persönlich nur noch wenig Verbesserungspotenzial. Denn ganz ehrlich: Ich habe einfach zu viel Spaß beim Ausprobieren von Cremes, Lotions, Seren und Wässerchen und werde hier wohl nicht zum DIY-ler. Und das ist auch ok.

Und im Haushalt? Als Alternative für eine Fusselrolle möchte ich mir nach dem Aufbrauchen eine wiederverwendbare Bürste zulegen. Auf der Suche nach einer (hübschen?) Bürste, die zuverlässig Haare, Staub und Fussel von Kleidung entfernt, bin ich noch. Unsere Putzlappen sind schon auf waschbare Baumwolle umgestellt und auch eine Spülbürste (beides z.B. über dm) mit wechselbarem Kopf nutzen wir schon lange. Ein Tipp für einen nachwachsenden, abbaubaren Schwamm ist die Luffa Gurke – die eignet sich im Übrigen auch als Ablage zum Trocknen für festes Shampoo. Beim Verstauen von Essensresten, angebrochenen Lebensmitteln und Packen von Lunchpaketen versuche ich an Alu- und Plastikfolie zu sparen. Dafür taugen sowohl Bienenwachstücher, schicke Einmachgläser und fesche Edelstahlbehältnisse, aber genauso die von Mama überlassenen Plastikdosen. Lesetipp: Auf The OGNC wird die Frage aufgeworfen Wie nachhaltig ist es wirklich, sich für einen nachhaltigen Lebensstil alles neu zu kaufen? Einher geht das natürlich nicht und deswegen gibt der Artikel auch gleich 8 Tipps für Zero Waste Produkte, die man gar nicht erst neukaufen muss.

2) Endlich Biomüll sammeln.

4) Endlich Allzweck-Reiniger selbst machen und die 1.000 Mittelchen aufbrauchen.

5) Endlich regionaler essen und ein Biokisten-Abo abschließen.

6) Endlich nur noch Milch nach Demeter Standard – noch besser: Endlich „meinen“ Pflanzendrink finden.

7) Eine funktionale und doch verträgliche Lösung für anstehende Neuanschaffung von Handy und Laptop finden.

8) Endlich Ungetragenes sinnvoll entsorgen – alles hat mehr Sinn, als Ressourcen ungenutzt im Schrank oder gar Keller liegen zu haben.

9) Endlich konsequenter heizen und mit unserem Verbrauch auch die horrenden Nachzahlungen senken. Ob ein Energieberater hilfreich sein kann? Was sagt eigentlich das Mietrecht über Kerzen, deren Flamme trotz geschlossener Fenster wild flackert?

10) Endlich weniger Lebensmittel und gekochtes Essen wegschmeißen.

11) Endlich wagen mit einem Stoffbeutel zum Bäcker zu gehen und an sb-Theken den eigenen Beutel aus der Tasche zu ziehen.

12) Gemüse und Obst nur noch lose kaufen.

Welche Vorsätze in Dingen Nachhaltigkeit habt ihr für dieses Jahr gefasst? Macht ihr mit bei der Challenge?