Fancies / Sicher und fair durch Wetter und Winter radeln

Mode technisch interessiert mich in den letzten Monaten dieses Jahres vor allem eine Fragestellung: Wie radel ich warm, sicher und fair durch die kalte Jahreszeit? Denn auch bei Wind und Wetter möchte ich die mir liebgewonnene Zeit auf dem Rad vor und nach den acht Stunden Büroarbeit nicht missen. Ob dies tatsächlich als modische Wunschliste zu klassifizieren ist? Zugegeben, besonders attraktiv fühle ich mich auf dem Rad nicht mehr, seit mich immer öfter Lagenlook, Regenponcho und – obacht! – Gamaschen kleiden, um Nässe und Kälte zu trotzen. Und mit Blick auf die folgenden Nicetohave’s wird man mich auch zukünftig während der jeweils 20-minütigen Fahrt zur und von Arbeit eher nicht als Fashionista einordnen. Aber: Unter echten Wind-und-Wetter-Radlern klopft man sich für Umweltschutz und Sicherheit auf den Rücken – weniger für einen adretten, aber unpraktischen Look.

Nicetohave’s fürs Wetter- und-Winter-Radeln

Lightweight Merino Daily Crew Socke, Patagonia, 22 Euro – Diese Fußwärmer sollen aus einem juckfreien Gemisch aus nachhaltig erzeugter, neuseeländischer Merinowolle bestehen, die in einem Familienbetrieb in den USA verwoben wird.

Satteltasche, Vaude, 80 Euro – Laptop, Unterlagen und Co finden hierin Platz und kommen trotz Regen und Schnee trocken wieder raus. Außerdem ist der Rücken entlastet und es fährt sich freier.

Micro Puff Hoody, Patagonia, 280 Euro – Diese synthetische (vegane) Isolationsjacke ist ihr Geld wert! Mit ihr fahre ich bis mindestens 0 Grad gut vor Kälte, Wind und Regen geschützt. Dabei ist sie so leicht und dünn, dass man sie bequem auch unter einem Herbstmantel oder Blazer tragen kann.

Radfahren für den Klimaschutz

Die Studie Potenziale des Radverkehrs für den Klimaschutz des Bundesumweltamts identifizierte 2013, dass bundesweit elf Prozent der Wege mit dem Fahrrad erledigt werden. Das sind allerdings nur drei Prozent der zurückgelegten Kilometer. Wenn jeder zweite kurze Auto-Weg künftig per Rad absolviert werden würde, steigt der Radfahrer-Anteil sogar auf 21 Prozent, die Ersparnis der Autokilometer liegt dann bei drei Prozent. In absoluten Zahlen sind das 39 Millionen Autokilometer, die pro Tag vom Fahrrad ersetzt werden können. Auch die CO2-Emissionen liessen sich so um drei Prozent reduzieren, was knapp 8.000 Tonnen pro Tag entspricht.

Regen-Cape und Hose – Wasserdicht und klein zusammenfaltbar sind die Attribute nach denen ihr bei dieser Funktionskleidung sucht und bei Vaude findet (z.B. Spray Pants III, 100 Euro & Valdipino Poncho, 40 Euro). Unter einen Poncho kann man auch seinen Rucksack verstecken und er passt über den dicksten Lagenlook! Praktisches Essential für alle Ganzjahresfahrer.

Handschuhe, Hessnatur, 30 Euro – Der kaschmirweiche Feinstrick-Handschuh wärmt kalte Finger.

Noorwood Parka, Langerchen, 399 Euro – Auf dieses Exemplar spare ich seit der letzten Fashion Week im Januar. Hieran findet man keinen Fitzel Synthetik! Schurwolle, Baumwolle und Tencel sorgen für Wärme selbst bei Minustemperaturen.

Gummistiefel oder Regen-Gamaschen – Die Gamaschen von Vaude (23 Euro) dürften zu  den grässlichsten Kleidungsstücken zählen, die ich je besaß. Aber schonmal einen ganzen Tag mit nassen Schuhen im Büro gesessen? Diese Dinger ziehe ich bei Regen über meine geliebten Acne Jensen Boots und lasse sie vor der Bürotür in meiner Tasche verschwinden. Alternativ zu den Gamaschen kann man auf wasserdichte Schuhe setzen. Die Gummistiefel von Grand Step Shoes zum Beispiel stiefeln in Chelsea-Boots-Optik daher.

Blink Licht, Vaude, 3 Euro – Für mehr Sichtbarkeit, insbesondere, wenn man den allblackeverything Look liebt.

Helm Regenschutz, Vaude, 12 Euro – Vorausgesetzt man trägt einen Fahrradhelm, klar. Meinen hat mein Freund mir geordert über Thousand. Schick ist er, aber man findet auch Alternativen in Europa, die nicht erst über den Atlantik geschickt werden. Zum Beispiel empfehle ich die zusammenfaltbaren Helme von Closca auszuchecken. Kommentiert doch gerne eure Helmempfehlungen. Die Sicherheit von Helmen, die schick aussehen, bietet großes Streitpotenzial. Ich fühle mich trotzdem besser mit, als ohne. Aktuell ploppt es neben mir hier und da, wenn ich durch den Stadtwald brause. Dann fallen nämlich Eicheln mit Karacho aus den Baumkronen – zumindest vor denen bin ich gut geschützt!

Cold Cream, Studio Botanic, 17 Euro – Sowohl Gesicht, als auch Hände, Ellenbogen und Knie schützt und pflegt die Aufbausalbe mit Olivenöl, veganem Wachs, Rosenblütenextrakt, Glycerin, Sheabutter sowie Avocado- und Pfefferminzöl.