How to / Happy in Minimalschuhen – ANZEIGE

Während unseres Sommerurlaubs habe ich auch meinen Füßen etwas Freiheit gegönnt und mit dem Tragen von Minimalschuhen von Widling begonnen. Das Kölner Unternehmen produziert seit 2012 Schuhe für Kinder und Erwachsene, die dem natürlichen Barfußlaufen nahe kommen. Eine minimale Sohle von gerade einmal 2,5 Milimetern, keine Stützung, atmungsaktive Obermaterialien und viel Platz für die Zehen versprechen einen möglichst gesunden Gang. Ich habe in einem Tragetagebuch meine Erfahrungen mit dem Modell Nebula notiert.

Mein Tragetagebuch der Nebula Minimalschuhe von Wildling

MITTWOCH Das Paket mit meinem Paar Minimalschuhe kommt an. Ich habe meine reguläre Schuhgröße bestellt. Der anatomisch geformten Strickkörper passt sich perfekt an meinen Fuß an. Innen schmiegt sich mulesingfreie Merinowolle (iVN Best-zertifiziert), das Außenmaterial ist aus abriebfestem Polyester. Insgesamt ist der Nebula gerade einmal aus drei Teilen gefertigt. Ein konventioneller Schuh hingegen besteht aus bis zu 30 Einzelnteilen.

Wildling sagt

Gerade ist die neue Herbst/Winter Kollektion gelauncht worden. Der Nebula bleibt aber – der Evergreen ist rund ums Jahr erhältlich.

DONNERSTAG Das erste Mal führe ich die Barfußschuhe ins Büro aus. Ein bisschen musste ich mir gut zureden, denn so ein Minimalschuh sieht schon anders aus, als es das Mode affine Auge gewohnt ist. Gerade derzeit lautet der “Fashioncode” für geschlossene Freizeit- und Trainingsschuhe ja eher: Je klobiger, desto chicer. Ich beobachte, ob die Blicke meiner Kolleginnen ungewöhnlich lange an meinem Schuhwerk verharren. Sie tun es nicht. Nach acht Stunden Büroarbeit bemerke ich jedoch: Ich habe gar nicht wie für gewöhnlich in geschlossenen Schuhen das Bedürfnis, eben jene schnellstmöglich auszuziehen.

Wildling sagt

Ein Absatz – die Höhendifferenz zwischen Vorfuß und Ferse (auch Sprengung genannt) – ist bei konventionellen Schuhen meist aus modischen Gründen integriert oder soll eine Dämpfung des Aufpralls beim Auftreten mit der Ferse bewirken. Doch der Körper ist von Natur aus komplett, sodass eine künstliche Dämpfung nicht notwendig ist.

FREITAG Ich überlege lange, ob ich neben den Widlingen noch andere geschlossenen Schuhe einpacken sollte. Ich beschließe, mich für die nächsten Wochen dem Barfuß gehen volll und ganz zu verschreiben und die Minimalschuhe zu stress-testen. Im Koffer landen nur Flip Flops und ein paar Sandalen. Auf jeden Fall ist das schon einmal praktisch, denn die Wildlinge lassen sich knautschen, sind federleicht und nehmen wenig Platz ein.

SAMSTAG Die erste Wanderung mit den Wildlingen ist etwa acht Kilometer lang. Es tut gut, nicht so viel Ballast an den Füßen zu tragen. Der Nebula wiegt gerade einmal 129 Gramm (bei Schuhgröße 40) – zum Vergleich: Meine Freizeitschuhe bringen 264 Gramm auf die Waage. Wir marschieren auf Waldwegen und einen Großteil der Strecke auf starkem Gefälle (und Retour entsprechender Steigung). Am Abend schmerzen mir die Füße etwas und die ungewohnte Belastung macht sich bemerkbar.

Widling sagt

Wenn man nach jahrzehntelangem Tragen von konventionellen Schuhen auf Wildlinge umsteigt, kann es in einzelnen Fällen dazu kommen, dass sich der Körper aufgrund der Umstellung meldet. Beispielsweise als Muskelkater durch die erhöhte Beanspruchung, als ein Ziehen in Rücken oder Knie, oder ähnlichem. Leichte Symptome können ein Teil des Prozesses der Reaktivierung ruhender Muskeln und Bänder in den Füßen sein.

SONNTAG Ich sitze das erste Mal hinterm Steuer unseres Campingbus und fahre vom Schwarzwald bis zum Bodensee. Trotz langer Fahrt fühlen sich meine Füße frisch an. Nicht eingeengt, nicht schwitzig. Auf dem Gaspedal fühle ich mich sicher; die Sohlen haben ordentlich Grip.

 

MITTWOCH Nach einigen Strandtagen sind wir nun in den Alpen. Bei einer Wanderung um einen hübschen Bergsee kommen wir in einen Platzregen und die Wildlinge sind schnell durchnässt. Bald fühlen sich meine Füße kalt an. Auf Geröll muss ich ganz schön acht geben, um nicht auszurutschen. Das erste Mal seit einer Woche wünsche ich mir “festes Schuhwerk” herbei. Auf dem Rückweg halten wir an einem Bergbach und ich beschließe die Minimalschuhe heute einfach richtig herauszufordern und wate samt Schuhen im Bachbett. Spitze Steine stören mich nicht und freiwillig nasse Füße zu haben fühlt sich irgendwie besser an. Zurück am Camper scheint die Sonne und ich bin ziemlich beruhigt zu sehen, dass Schnürsenkel und das Obermaterial schnell trocknen. Ob sie auch von innen bis zum nächsten Tag trocken werden?

Wildling sagt

Bei Wildlingen handelt es sich um Textilschuhe, die wasserabweisend jedoch nicht wasserdicht sind. In einigen Modellen ist eine Membran verarbeitet, die die Wasserbeständigkeit um ein Vielfaches erhöht. Einige Wildling Modelle lassen sich gut imprägnieren, um die wasserabweisenden Eigenschaften der Materialien zusätzlich zu unterstützen. Details zu der jeweiligen Verarbeitung gibt es in der jeweiligen Produktbeschreibung. Nebula ist wasserdurchlässig. Zum Auslüften und Trocknen empfehlen wir die Einlegesohle herauszunehmen.

DONNERSTAG Den Tipp habe ich befolgt und mit ein wenig Zellstoff und Zeitungspapier in den Spitzen, sind die Schuhe getrocknet! Eine Wanderung auf Schotter- und Waldwegen fordern meine Füße, Waden und Oberschenkel. Meine Fußsohlen sind sehr trocken und rissig, was aber auch das viele wirklich barfuß laufen verursachen kann.

Wildling sagt

Die stärkere Verhornung kann verschiedene Ursachen haben. Da helfen Fußmasken gut, selbstgemacht aus Olivenöl z.B. sind da easy und plasikfrei umzusetzen. Die Umgewöhnung fällt bei allen sehr unterschiedlich aus, aber wenn du da auf deinen Körper hörst, wird's am besten klappen!

DIENSTAG In Dänemark haben meine Füße Wanderpause. Hier mache ich nur wenige Schritte, bummel durch Städtchen, zum Strand und durch einen Freizeitpark. Ich laufe hier vorallem auf Asphalt. Es läuft sich weiterhin gut. Ich merke aber, dass barfußgehen auch eine Gewöhnungssache ist.

Fazit An den Look der Minimalschuhe habe ich mich inzwischen gewöhnt und finde, dass man den Low Cut super zu Jeans oder Shorts tragen kann.

Ich weiß jetzt außerdem, dass konventionelle Schuhe, die vorne schmal zulaufen, einen Absatz, Polsterung und Dämpfung haben, eigentlich gänzlich ungeeignet sind für meine Füße. In diesem Video wird das ganz anschaulich erklärt. Mein leicht ausgeprägter Hallux Valgus (Großzehenballen) zeugt von vielen Jahren zu engem Schuhwerk und Fehlbelastung.

Die Wildling Leisten hingegen, also die Grundform des Schuhs, entsprechen der anatomischen Fußform mit einer natürlichen Weite:

“Durch das natürliche Laufen in Wildlingen und den erweiterten Raum innerhalb des Schuhs können auch erste Degenerationserscheinungen und Verformungen rückgängig gemacht werden. Vor allem im Zehenbereich erkennt man den Unterschied zu konventionellen Schuhformen. Die Großzehe bekommt in Wildlingen Platz um ihren natürlichen Winkel anzunehmen und ihrer wichtigen Funktion bei einer kraftvollen Vorwärtsbewegung, der Verteilung des Körpergewichts und dem Aufbau eines starken Fußgewölbes, gerecht zu werden. Mit zunehmend kräftiger Muskulatur kann es sein, dass dein Fuß ein wenig breiter wird. Die Zehenstellung wird wieder gerader und das Fußgewölbe ausgeprägter.”

Dennoch mag sich das Gesunde nicht sofort besser anfühlen. Gefühlt schmerzen meine Füße nach kürzeren Strecken, als es sonst der Fall ist. Ich muss mich peu à peu an die ungewohnte Beanspruchung gewöhnen!

Ich bleibe also dran und trage die Minimalschuhe nun auch im Alltag. Die wenigen Schritte, die ich an einem normalen Bürotag mache, sollen wenigstens meine Fußgesundheit fördern. Und auch im Sitzen tut es gut, wenn die Füße nicht eingeengt sind. Ab jetzt gehe ich also öfters leichtfüßig auf minimaler Sohle.