Thoughts / Ich wünsch mir was – mehr Nachhaltigkeit in 2018

Seid ihr noch ganz beseelt von Geschenken und besinnlicher Familienzusammenkunft unterm Weihnachtsbaum, vollgefuttert und träge? Oder blickt ihr dem Jahresbeginn voll Tatendrang entgegen und habt über die Feiertage diese und jene Angelegenheit mental sortiert, dieses und jenes Ziel für 2018 priorisiert?

Meine persönlichen Vorsätze in Dingen Nachhaltigkeit habe ich neben bereits Erreichtem hier schon einmal zusammengetragen.

Einige Neujahrswünsche fallen mir aber dennoch ein.

Besonders zu denken gab mir Ende diesen Jahres die Klimakonferenz. Hä? Richtig! Trotz der Ausrichtung in Bonn ist diese selbst an meiner nachhaltigen Filterblase quasi vorbeigerauscht (hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse). Ich wünsche mir, dass die Klimakonferenz 2018 zu mehr breitenöffentlichem Diskurs anregt. Auch um Nicetohave Mag Willen wünsche ich mir noch mehr Bewusstsein und Interesse an nachhaltigerem Konsum und Lebensstil – hier noch ein paar mehr Geister zu erreichen, das wäre fein. Vorallem, wenn diese so aufrichtig und konstruktiv in Diskurs treten, wie unter diesem Beitrag.

Von Seiten der Industrie – insbesondere der textilen – wünsche ich mir mehr glaubwürdige Nachhaltigkeitsbemühungen und weniger Skandal trächtige, paradoxe Meldungen. Mediales Gewese um die von h&m initiierte Recyclingweek hier, Shitstorm wegen des Verbrennens von Kleidung dort. Verarscht fühlen sich am Schluss vor allem die, die konsumieren.

Marken, die nach fairen und ökologischen Standards produzieren, wünsche ich, dass es ihnen gelingt sich im Markt zu etablieren – oder zumindest zu halten. Die Nachricht über Entlassungen bei Hess Natur hat mich doch sehr schockiert in diesem Jahr.

Ich wünsche mir auch mehr alternative Geschäftsmodelle, die versuchen neue Wege zu gehen. Solche beispielsweise, die nur nach pre-order produzieren, statt mit teuren Marketingmaßnahmen Nachfrage zu schaffen, um ihre en masse produzierten Güter loszuwerden. Gleichzeitig wünsche ich mir unter nachhaltigen Marken solche Marketingmaßnahmen, die uns Influencer am Ende der Wertschöpfungskette einbeziehen. Zu häufig stoße ich auf fehlendes Bewusstsein dafür, dass auch diejenigen, die Produkte und Marken bekannt machen, fair und angemessen vergütet werden sollten.

Ich wünsche mir für mich persönlich, dass ich es schaffe hinsichtlich materiellen Dingen noch mehr zu downshiften – um so nicht nur nachhaltiger, sondern auch gesünder leben zu können. Logos werden im Übrigen die genannt, die einen lifestyle of voluntary simplicity führen. Das klingt schön, finde ich. Und erstrebenswert.

Noch mehr Inspiration gefällig?  Lest hier weitere Vorsätze in Dingen sustainable Lifestyle:

Nina, Jana und Vreni, Fashion Changers

„Wir wünschen uns eine immer größer und lauter werdende Fair Fashion-Community, die mit vereinten Kräften den Status Quo der Modeindustrie herausfordert und die Moderegeln umschreibt. #letschangethatfashiongame! Auch 2018 wollen wir Menschen auf unseren Events zusammenbringen, Lust auf Veränderung machen und zum Umdenken inspirieren. Wir haben viele Pläne und können es kaum erwarten, diese gemeinsam mit allen Fashion Changers da draußen umzusetzen.“

Alf, G R O S S ∆ R T I G

„Ich wünsche mir für 2018, dass wir uns wieder bewusster machen, was wir in unserem Leben wirklich benötigen und uns auf das fokussieren, was uns und unsere Mitmenschen glücklich macht. Das fängt schon dabei an, was wir alles im nächsten Jahr haben wollen. Bei mir wird sich viel darum drehen, Zeit statt Zeug zu schenken und zu haben – also das wertzuschätzen, was wirklich wichtig ist.“

Alf-Tobias von Grossvrtig. Bild: René Zieger

Mary, green looks great

„Maximal ein neues Kleidungsstück pro Monat – das ist mein Vorsatz für 2018, denn trotz einiger Monate Shopping-Verzicht sind in 2017 doch weit mehr Fair Fashion Teile in meinen Kleiderschrank eingezogen als gedacht. Die höchstens 12 Teile im nächsten Jahr sollen vorrangig Vintage- und 2nd-Hand-Stücke sein oder aus recycelten Materialien bestehen. Auf green looks great wird es dazu Outfitinspos und Hintergrundinfos geben. Außerdem werden Rosi und ich natürlich weiter verantwortungsvolle, moderne und innovative Eco Fashion Brands vorstellen. Schließlich möchten wir unsere Leser überzeugen, auch zu stylischer Öko Mode zu wechseln.“

Cordula, fair rückt vor

„Ich liebe es Dinge selber zu machen! Das erste Mal fand heuer die MakeSMTHNG Week statt. Eine großartige Idee, ein internationes Festival des Selbermachens zu organisieren und viele Menschen dafür zu begeistern! Initiiert wurde die Initiative von Greenpeace. Das Ziel: dem Konsumwahnsinn absagen und Dinge vermehrt wieder selber in die Hand nehmen. Nichts zu kaufen, sondern Selbermachen, reparieren, upcyceln… Es fanden Events und Workshops in ganzen 85 Städten auf fünf Kontinenten statt. In meiner derzeitigen Heimatstadt Wien gab es leider kein Event. Daher würde ich gerne nächstes Jahr ein Event für SelbermacherInnen organisieren. Nicht alleine, sondern mit vielen BloggerInnen und kreativen Menschen. Menschen zusammenbringen! Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten miteinander teilen… Ich freue mich auf ein kreativen Jahr 2018!“