Outfit / Allblack in Armedangles

NicetohaveMag-Armedangles-allblack-fairfashionOOTDGeschlossene Fahrgeschäfte mit knalliger Bemalung kontrastieren mit grauem Niesel-Nebel und menschenleeren, betonierten Gassen. Ganz so trist habe ich mir meinen ersten Prater-Besuch in Wien (Travelguide & Hotelreview folgen!) nicht vorgestellt. Dafür eignete sich das Setting für ein spontanes Outfitshooting vor Karussellkulisse – immerhin ist der letzte Look auf dem Blog schon über einen Monat her!

Im Outfit seht ihr meine derzeitigen Modelieblinge und Neuzugänge, die ich genau in dieser Kombination rauf und runter trage (natürlich getoppt mit einem Winter adäquaten Mantel): Die nach jahrelangem Wünschen (wie hier und hier), ewigem Hadern und dank Winter-Sale nun endlich gegönnten Acne Jensen Boots. Eine APC Halfmoonbag aus zweiter Hand. Ein Longcardigan, wie er seit einiger Zeit schon auf meiner Wunschliste steht. Während das Trendteil einen in jedem Fastfashion Geschäft anspringt, musste ich nach einer fair produzierten Alternative allerdings lange suchen. Fündig wurde ich nun bei Armedangles.

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Unter dem überlangen Cardigan mit strukturierter Optik trage ich einen Rollkragenpullover mit Twist: hinten länger geschnitten und an den Seiten geschlitzt. Beide Teile sind aus Merino-Wolle aus kontrollierter biologischer Tierhaltung (kbT) gefertigt. Heißt?!

… biologische Tierhaltung setzt hohe Anforderungen an den Tierschutz und sorgt für eine artgerechte Haltung. Diese wird unter anderem durch das Verbot einzelner Futtermittel und höhere Mindestanforderungen im Platzangebot für die Tiere sichergestellt.

Kontrolliert biologische Tierhaltung bedeutet keine Überweidung, sowie Verzicht auf Insektizide, Pestizide und vorbeugende Medikamentengabe. Auch tabu: Futtermittel, deren Rohstoffe mit Hilfe von Gentechnik angebaut wurden. Armedangles betont zudem nur mulesing-freie Bio-Schurwolle, die hauptsächlich aus Argentinien bezogen wird, einzusetzen.

Daneben gelten für kbT Wolle auch Auflagen für Transport und Weiterverarbeitung. Kontrolliert biologische Schurwolle, darf nicht mit chemischen Mitteln behandelt werden. So sind Silikone, die bei konventioneller Wolle eingesetzt werden, um diese weich oder waschmaschinenfest zu machen, ein No-Go.

Das Handwaschgebot für Kleidungsstücke aus Merinowolle mag man positiv als Erlebnis auslegen, welches den Wert des Teils erfahrbar macht. Ich – um ehrlich zu sein – finde es eher lästig und bin daher stark begeistert von den Selbstreinigungsfähigkeiten von Schurwolle (hier mehr dazu). Ein einfaches Auslüften des Kleidungsstücks genügt daher häufig.

Warum überhaupt tierische Materialien tragen?

Während mich die Arbeitsbedingungen für Rohstoffproduzierende und Näherinnen nun schon seit einiger Zeit beschäftigen, beginne ich erst jetzt zu erfragen unter welchen Umständen Leder, Horn und Wolle von Tieren gewonnen werden.

Verwunderlich, ernährte ich mich doch fast ein Jahrzehnt lang vegetarisch und tue dies auch heute noch überwiegend. Mit dem (neu)entfachten Interesse beginne ich nun auch zu hinterfragen, ob Haut und Haar wirklich Bestandteil des ersehnten oder benötigten Kleidungsstücks sein muss. Dies grundsätzlich zu diskutieren würde einen weiteren Beitrag füllen. Um eine klare Position zu Leder vertreten zu können, habe ich zudem noch einiges an Recherchearbeit und abwägender Meinungsbildung vor mir.

Für die Neuanschaffung von Produkten aus (Bio)Schur- versus Baumwolle gilt für mich zunächst weiterhin die Frage nach der Funktionalität. Wärmende, wasserabweisende und atmungsaktive Eigenschaften sind für mich oberste Entscheidungskriterien, genauso wie Tragekomfort.

In diesem Sinne: Der Woll-Lagenlook von Armedangles hielt mich wohlig warm – auch bei nasskalten Minusgraden auf zugigem Wiener-Pflaster.

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APC Halfmoonbag – Vestiaire Collective | Slim Fit Jeans ‚Tilly‘ aus GOTS-Baumwolle – Armedangles* | Rollkragenpullover ‚Vanda‘ und Cardigan ‚Lousianne‘ aus GOTS-Schurwolle – Armedangles* | Jensen Boots – Acne Studios

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Transparenz: Für diesen Beitrag wurden mir die genannten Bekleidungsstücke von Armedangles zur Verfügung gestellt. Merci!

4 Comments

  • Anna sagt:

    Sosososo ein schönes Kleiderensemble/Mädchen/Shooting… und ein schöner Text, mit wichtigen Worten! <3

    • Julia-Maria sagt:

      Aw, ein sehr netter Kommentar. Ich gebe das Kompliment mal an den Mann weiter. Dem ist die Zuweisung der Fotografenrolle und die posierende Freundin inzwischen nur noch ein klitzekleines bisschen peinlich <3

  • Franziska sagt:

    Mit leder geht es mir gleich wie dir :D
    und die Frage ob es jetzt ökologischer ist recycling Poly oder Baumwolle oder Schurwolle zu tragen quält sich auch schon länger durch meinen Kopf. Jeder sagt was anderes und bei Transparenz schleicht sich ja auch erst solangsam in die Sache..
    Am Besten ist ,denk ich einfach so wenig und qualitativ hochwertig wie möglich und erst was neues kaufen wenn das alte nicht mehr zu gebrauchen ist..
    Steht dir hervorragend :) und die Boots sind wirklich nice!

  • Pingback: fairfashionOOTD

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