Less waste / Besser verpackt mit Ecover – Anzeige

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Auf ecover, die Marke für nachhaltig produzierte Reinigung- und Waschmittel, schaue ich schon lange. Vor drei Jahren haben wir hier über Ecovers Spülmittelflasche aus „Ocean Plastic“ geschrieben. Nun hat ecover eine Hand-Spülmittel gelauncht, dessen Flaschenkörper aus 100 Prozent recycelbarem Recyclingkunststoff besteht.

Und wie geht es weiter? Ich habe ecover und Tom Domen, Head of Longterm Innovation, auf den Zahn gefühlt und festgestellt: Wer wissen mag, was sich bei alternativen Verpackungsmaterialien und -konzepten tut, findet bei ecover Antworten.

100 Prozent recyclebare Recyclingkunststoffe

In den vergangenen 10 Jahren arbeitete ecover konsequent an nachhaltigeren Verpackungslösungen und hat so den prozentualen Recyclinganteil an seinen Kunststoffverpackungen stetig erhöht. Gerade gelauncht wurde eine Flasche für Hand-Spülmittel, deren Flaschenkörper aus 100 Prozent recyceltem Polyethylenterephthalat (PET) hergestellt ist. Dieses Recyclingmaterial stamme aus Europa und in der Regel von entsorgten Plastikflaschen, die im Erstgebrauch mit Limonade oder Wasser befüllt waren.

Bilder: Timo Roth für sisterMAG

Mehr noch: Nach etlichen Machbarkeitsstudien ist nun die Ambition von ecover, dass bis 2020 alle ecover Flaschen zu 100 Prozent aus Recyclingrohstoffen bestehen werden. Um dorthin zu gelangen, wendet sich ecover neuen Recyclingmethoden zu und schreckt auch nicht vor Kompromissen bei der Optik ihrer Verpackungen zurück: „We are also prepared to make a compromise on the color of the plastic, in order to use a higher %. It is currently very difficult to come to the same transparency and bright colors as with virgin plastic, but we think that is a compromise worth taking.“, so Tom Domen.

mehr geht und muss gehen!

Ich finde ecover ist mit dieser Strategie auf einem sehr guten Weg. Dennoch muss es mit der Suche nach Material- und Verpackungsalternativen weitergehen. Warum?

1) Trotz Chinas Verweigerung unseren Plastikmüll fortan zu importieren, sind Recyclingkunststoffe aktuell nur in begrenzter Menge verfügbar. Der Grund dafür ist weniger bei sortierfaulen und unwissenden Konsumenten zu finden. Dass nur 36 Prozent der Kunststoffverpackungen in Deutschland recycelt werden, liegt an Unternehmen, die keine sortenreinen Kunststoffe verwenden, sondern mehrschichtige Verpackungsm-o-n-s-t-r-ö-s-i-t-ä-t-e-n, die schlichtweg untrennbar sind (denkt mal an den Kaffeebecher to go!). Es liegt auch an den Verwertungsanlagen, die längst nicht mehrheitlich mit Technologien ausgestattet sind, die die theoretisch mögliche Trennung, Säuberung und Rezyklierung erlauben.

Demgegenüber ist die Nachfrage nach Rezyklaten bereits jetzt groß und wird zukünftig mit dem Druck von Konsumenten und politischer Seite und der Forderung nach ökologisch verantwortlichem Handeln steigen. Adidas, Lidl und Aldi haben bereits hochgesteckte Ziele hinsichtlich ihres Einsatz von recycelbaren und rezyklierten Kunststoffen in der Zukunft angekündigt. Und selbst mit dem in Kraft Treten des neuen Verpackungsgesetz in 2019, welches bis 2022 eine Recyclingquote von 63 Prozent für Kunststoffverpackungen vorsieht, wird es für Unternehmen gar nicht so einfach, hochwertigen und rezyklierbaren Recycling-Kunststoff in großen Mengen und verlässlich zu beziehen. Lesetipp: Die Plastik-Wende (brand eins, Ausgabe Reste, 2018)

2)Recyclingkunststoffe können nur begrenzt oft und selten für den selben Produktnutzen wiederverwertet werden. Kunststoffe bestehen aus Polymerketten, die mit jedem Mal Recycling kürzer werden. Meist ist Recycling daher ein Downcycling und irgendwann endet jeder Kunststoff als Parkbank, in der Verbrennung oder – schlimmstenfalls – in der Umwelt.

Tom Domen stimmt mir in dieser Beurteilung zu und drückt es so aus: We don’t think that plastic in its current form and use has a future. So a more fundamental shift will be needed than just hoping recycling will solve all problems. In the short term, optimizing recycling is however the best thing to do. It is an option that is available and feasable, so this should be a minimum standard.“

Bioabbaubare Kunststoffalternativen

Könnten biologisch abbaubare und biobasierte Kunststoffe eine langfristige Lösung sein? Bereits jetzt setzt ecover bei den Flaschen für flüssige Waschmittel und Reinigungsmittel Kunststoffe ein, die zu 75 Prozent auf nachwachsenden Rohstoffen basieren. Die milchig-trüben Flaschen sind bisher allerdings nicht abbaubar, können jedoch „ganz normal“ über den gelben Sack recycelt werden.

Ecover möchte dennoch mehr und forscht an Verpackungen, die nicht nur auf nachwachsenden Rohstoffen basieren, sondern sogar in der Umwelt und selbst unter den widrigen Umständen im Meer (Kälte, wenig Licht usw.) abbaubar sind.

Bioabbaubare Verpackungen – ein Wunschtraum?

Um ehrlich zu sein: Gegenüber dieser Vision bin ich skeptisch. Verpackungen, die mit dem selben Gewicht (leicht), ähnlichen Barriereeigenschaften und Preis (niedrig) erhältlich sind, wie sie konventionelle, nicht-abbaubare Kunststoffe aufweisen? Wenn dies kein Wunschtraum bleibt, so erscheint mir der noch zu bewältigende Forschungs- und Entwicklungsweg sehr, sehr lang.

Tom Domen ist optimistisch und weiß zu berichten: We are in the process of testing the new generation of biodegradable materials. The results we are recieving, show a readily biodegradability, meaning the material breaks down into water and CO2 in less then 30 days. However, because of the possible variants in thickness (foil vs bottles) and environments (temperature, oxigen, organisms,…), we will need to gather more data to be fully on the save side. […] we are open to any challenge that we can get from external stakeholders on the data we see. Before we put a new material on the market, we want to make sure to have mapped out all unintended consequences. But that requires us to develop, test and openly communicate about this. Hence we talk about and show the material externally, but we don’t have an application on the market yet. Fact is that this is a continuously developing science […].

Next level: Refill & Ökodesign

Für kurzlebige Konsumprodukte – wie es auch Reinigungsmittel sind – ist für mich klar: Will man wirklich das massive Verpackungsaufkommen reduzieren, dann muss sich einiges an der Logistik oder und die Produkte selbst verändern. Um bei ecover zu bleiben: Wie wäre es also…

…mit Nachfüllstationen für flüssige Reinigungsprodukte in Supermärkten und Drogerien?

Diese Frage beantwortet ecover bereits mit konkreten Lösungen, die in Bioläden in Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich im Kleinen gelebt werden. Um das Refill-Prinzip auch tauglich für den Massenmarkt zu machen, testet ecover Refill-Stationen aktuell in verschiedenen Ländern.

Hier „[…] können Konsumenten ihr Spülmittel von Ecover abfüllen. Problem bei solchen Abfüllstationen ist allerdings momentan, dass ein einwandfreier Umgang von den Konsumenten erwartet werden muss, damit wiederrum ein einwandfreier hygienischer Zustand gewährleistet werden kann.“, liest man auf The OGNC.

Ob dieser Aufwand von Konsument*innen bei einem Low Involvement Produkt, wie es Wasch- und Reinigungsmittel sind, betrieben werden wird? Fraglich. Aber probieren geht über studieren, wie man sagt, und realistische Refill-Lösungen entwickelt Ecover – ich bin zuversichtlich – durch learning by doing.

…mit einem Spüli-Pulver-Konzentrat, das man im PappKarton kaufen und in einem wieder-befüllbaren Pumpspender mit Wasser und ein wenig Schütteln zu Hause herstellen kann?

Hinter diesem Lösungsvorschlag steht der Ansatz des Ökodesigns, den das Umweltbundesamt so beschreibt: „Ökodesign ist ein systematischer und umfassender Gestaltungsansatz für Produkte, um durch verbessertes Produktdesign Umweltbelastungen über den gesamten Lebensweg zu mindern.“

Bei Ökodesign geht es also nicht um einen grünen Anstrich von konventionellen Produktverpackungen und -images. Es geht darum, ökologische Aspekte bei der Produktentwicklung in den Fokus zu stellen. Produktentwickler fragen sich unter dieser Prämisse: Wie kann ich Kosten minimieren und Nutzen maximieren? Aber eben nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch.

In der Praxis – da bin ich mir sicher – berücksichtigt Produktentwicklung zu selten das Produktlebensende. Dabei gehen gerade bei verpackungsintensiven Verbrauchsprodukten vom sogenannten end-of-life riesige Potenziale für weniger CO2 Ausstoß und Ressourcenverbrauch aus. Klar ist jedoch auch: Ökodesign erfordert Mut, Investitionen und einen langen Atem. Ob und welche Lösungen Ecover unter dieser Perspektive in petto hat? Wir werden sehen!

Round-up

Der Weg zu nachhaltigeren Verpackungslösungen ist steinig. Denn durch globale Liefer- und Handelsketten, biologische Inhaltsstoffe und hohe Hygienevorgaben sind die Anforderungen an den Produktschutz heute extrem hoch. Dennoch muss dieser Weg gegangen werden und kann nicht bei recycelbaren Recyclingkunststoffen enden. Ecover ist eine Marke, die sich nicht auf Lorbeeren ausruht. Und so hoffe ich auf viele weitere News zu Verpackungsalternativen und Produkten aus dem B-corporation zertifizierten Hause ecover!

Die Bilder hat Timo Roth für sisterMAG beim ecover Trendsummit und dem Rubbish Café in Berlin geschossen. Über die Veranstaltung könnt ihr zum Beispiel auf The OGNC, Annelina Weller und Plastikfrei Leben nachlesen.