Traveldiary / Paris à pied!

Vier Jahre nach unserem ersten Paris Aufenthalt à deux, wollten wir uns am Vor-Valentinswochenende einmal wieder ein wenig Romantik zu zweit gönnen. Weil das Wir bei diesem Kurztrip im Vordergrund stand und ich die Must-Sees mit dem Mann ohnehin bei unserem letzten gemeinsamen Besuch abgebummelt habe, kamen wir diesmal in die Hauptstadt Frankreichs tatsächlich ohne den geringsten Plan. Adhoc entschieden wir, wo es hingehen sollte und in welcher Lokalität wir uns niederlassen wollen. So kam es, dass wir Paris ausschließlich zu Fuß erkundeten und auf dem zum Ziel erklärten Weg das ein und andere Highlight entdeckten, das ich hier gerne mit euch teilen möchte.

1) Dass unser Best Western im 9. Arrondissement doch tatsächlich in einer Sehenswürdigkeit gelegen ist, hätten wir nicht gedacht. In der Passage Jouffroy nämlich, welche eine von drei Passagen ist, durch die seit Mitte des 19. Jahrhunderts feine Damen und Herren von Wind und Wetter geschützt flanierten. Insgesamt erstrecken sich die Passagen Des Panoramas, Jouffroy und Verdeau über rund einen halben Kilometer. Wikipedia fasst zusammen: „Die Passage Jouffroy kann man als Verlängerung der Passage des Panoramas bezeichnen und sie wird durch die Passage Verdeau fortgeführt, denn man verlässt die eine Passage, überquert eine Straße und betritt sofort die nächste Passage. So reihen sich diese drei Passagen hintereinander und die Idee des 19. Jahrhunderts, den Flaneur in einer eigens geschaffenen Umgebung in eine besondere Stimmung zu versetzen, ist heute noch erlebbar.

2) So gar nicht französisch, aber arg lecker: Ramen. In der Rue des Petits Champs finden sich dicht an dicht Restaurants, die die japanische Nudelsuppe authentisch anbieten. Diese sind so beliebt, dass man meist – und für Deutsche sehr ungewohnt – in einer Schlange vor der Tür warten muss, bis man einen Platz in den eng bestuhlten Lokalitäten (z.B. Hakata Choten) zugewiesen bekommt. Aber: Es lohnt sich!

3) Mit dem Wetter hatten wir ein kaum fassbares Glück: Schnee, Eis, Kälte und Sonne satt! So nahmen wir kurzentschlossen ein Frühstück mit belegten Baguettes und andere Bäckerei-Leckerein in einem nahe gelegenen Stadtpark ein. Das Mamiche lag auf dem Weg von unserem Hotel zum Sacré Coeur. Auf dem Square d’Anvers ließen wir uns mit unserem mitgebrachten Frühstück nieder und beobachteten die Locals des Viertels.

4) Nach einem steilen Aufstieg genossen wir den Blick von Sacré Coeur über Paris und seine bekannten Bauwerke. Immer wieder ein toller Gratis-Ausblick – ganz ohne Schlange stehen! Wenige hundert Meter weiter im Herzen von Montmatre kann man Sommer wie Winters dem künstlerischen und touristischen Treiben auf dem Place du Tertre zusehen. Wird nie langweilig!

5) Beim Abstieg von Sacré Coeur entdeckte ich in einer kleinen Beautyboutique Naturkosmetikmarken – wie RMS, Susanne Kaufmann, Kjaer Weis – und auch die hauseigene Marke Oh my cream! Zwei Hautpflegelinien mit insgesamt acht Produkten führt das Label. Das Kit de voyage rééquilibrant (40 Euro) kam mit mir als Mitbringsel nach Hause.

6) Käse, Wein & Leute Gucken gönnten wir uns nach ausführlichem Spazieren durch den Stadtteil Le Marais mit seinen vielen Geschäften und Galerien. Im Le Roi de Pique saßen wir trotz eisiger Temperaturen an typisch Pariser Bistro-Tischen unter Heizstrahlern und konnten uns gar nicht satt sehen an den mondänen Streetstyles der Großstädter.

Kann man, muss man aber nicht machen

Instagram suggerierte mir Ladurée als DIE Adresse für feine Pariser Konditorei-Leckereien. Einmal dagewesen, muss ich aber sagen: Die Wartezeit auf einen Platz in dem Traditionshaus auf der Champs Elysée kann man getrost auch anderweitig verbringen (z.B. im Espace Weleda). Denn hervorragende Macarons, Eclairs und Madeleines gibt es in Paris an nahezu jeder Straßenecke.

Nach mehr als fünf Kurztrips nach Paris fand ich, dass es an der Zeit war, endlich auch der Mona Lisa einen Besuch abzustatten. Den Louvre mit seiner Glaspyramide habe ich schon mehrfach von außen bestaunt. Natürlich sind die meterhohen Hallen mit weltberühmten Kunstschätzen etwas ganz besonderes. Die unglaublichen Menschenmassen, die sich bisweilen lautstark durch die Gänge schieben und vor Statuen und Bildern posieren, nehmen dem Museum allerdings den „Museumscharakter“. Das kann man gut finden, ich mochte es nicht. Was mir auch nicht gefiel: Auf der Suche nach einer Toilette irrte ich eine halbe Stunde und wurde gefühlt erst nach zwei Kilometern fündig. Um die Mona Lisa von Nahem zu betrachten, muss man sich in eine Schlange anstellen und wird dann nach einem kurzen Moment des Betrachtens weiter delegiert. Die Bildunterschriften sind ausschließlich auf Französisch – ohne Audioguide geht man an vielen Meisterwerken einfach planlos vorbei.

Habt ihr Paris Geheimtipps? Welche Orte findet ihr besonders sehenswürdig? Und welches gehypte Must-See hat euch vielleicht gar nicht gefallen?