Hotel Review / Metime im Gewandhaus Dresden

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Einen Stapel mit Zeitschriften von vorne bis hinten durchblättern, bei Kuchen und einem Kaffee. Vielleicht sogar einem zweiten mit ganz viel Milchschaum. Nägel rot lackieren. Umentscheiden, und noch einmal von vorne mit Nude-Farbe beginnen. Müßiggang oder Herumtüdeln nennt man das wohl. Für manche entspricht diese ausgedehnte Beschäftigung mit dem Selbst dem allsonntäglichen Tagesinhalt. Metime mag dann wie ein überflüssiges Werbewort klingen.

Nicht für mich! Wortwörtlich bekomme ich nicht genug davon.

Das ist mit Kind so, ist auch ok. Und doch trägt es grundlegend zu einem ausgeglichenen Geist bei, wenn man sich dann und wann so gar nicht zielführend und ohne Hetze mit gänzlich Sinnlosem beschäftigt. Für sich. In Ruhe. Ungestört. Nicht abends um 10:00 Uhr, wenn das Kind endlich schläft, der Wäscheberg minimiert und die Küche für den kommenden Tag wieder einsatzfähig ist.

Sondern zu einer verrückten Zeit, wie halb vier nachmittags. Ohne, dass kleine Hände schon zur nächsten Seite der Zeitschrift umblättern wollen, weil da kein langweiliger Text, sondern Bilder stehen. Ohne einen kleinen Mund, der gierig nach einem Stück vom Kuchen verlangt, die hübsch angerichtete Konditoreikunst dann mit zwei Gabelhieben zerpflückt und dabei mit dem Ärmel in der Kaffeetasse hängt. Ohne, dass zarte Stimmchen genau dann „Mama, fertiiiig“ rufen, wenn man gerade erfolgreich den Topcoat aufgetragen hat.

Zu einer solchen Metime ludt mich vor einigen Wochen das Gewandhaus in Dresden im Anschluss an eine Tagung ein. Wochenlang hatte ich einen Vortrag für meinen ersten richtigen „Auftritt“ als Wissenschaftlerin vor Fachpublikum vorbereitet – inklusive Wochenende- und Abendschichten! Eine 24-Stunden-Auszeit im Anschluss der zweitägigen Veranstaltung kam wie gerufen, um mich der Anspannung der letzten Wochen zu entledigen.

Das Boutiquehotel gleich in der Altstadt und wenige Gehminuten von der Liebfrauenkirche gelegen, bot dafür das richtige Ambiente und die passende Ausstattung: Ein Interior an dem sich Designaffine erfreuen, ein Bad in Marmoroptik mit extra großer Badewanne mit Whirlpoolfunktion, einen Fitnessraum, einen Spa Bereich mit Dampfbad, Sauna und Pool.

Und: Kuchen! Als Willkommensüberraschung erwartete mich beim Eintreten in mein Zimmer eine Platte mit hübsch drapierten Petits Fours. Und die waren ein Gedicht! An Macarons kommt man inzwischen ja weder auf Instagram, noch in gehobenen Bäckereien, Konditoreien und Restaurants vorbei. Allerdings: Ich wurde schon häufig enttäuscht von zu viel Farbstoff, Zucker und pappigem Gebäck. Nicht so bei den hübsch anzusehenden Leckereien aus dem hauseigenen Kuchenatelier des Gewandhaus. Die waren so köstlich, dass ich mir gleich noch einen weiteren XXL Schwarzwälder-Kirsch-Macaron-Sandwich zur leichten Lektüre meiner mitgebrachten Klatschzeitungen bestellte.

Das Frühstücksbuffet ist ein Paradies für Mitglieder des Breakfastclub. Um sich durch alle Köstlichkeiten durchzuprobieren, muss ich Frühstücksfans entweder eine zweite Übernachtung ans Herz legen oder den Verzicht auf das Essen am Vorabend. Schade wäre letzteres allerdings insbesondere für Fleischgenießer, denn das [m]eatery Restaurant hält im trockengereifte Steaks und frische Burger bereit.

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Die fünf Sterne des Hotels machen sich aber auch in den Details bemerkbar: Flauschige Bademäntel von Möve, wohl duftende Kosmetik von Rituals und frisches Obst auf dem Zimmer. Badetücher und Erfrischungen im Spa Bereich. Aufmerksames und freundliches Personal, das gerne auch mit einem Smartphoneladegerät für vergessliche Bloggerinnen aushilft. Frisch gepresster Orangensaft und individuell zubereitetes Omelette und Ei zum Frühstück. Und vorallem: Eine ausgedehnte Frühstücks- und Checkoutzeit bis 12:00 Uhr am Wochenende.

Ich jedenfalls komme wieder – zum zur Ruhe kommen und auch zum Ansehen der diesmal verschmähten Sehenswürdigkeiten Dresdens.

Als ich zurück in Hannover am Bahnhof von Herzmann und Kind empfangen wurde, wurde mir bewusst, wie viel wert eine solche – wenn auch kurze – Auszeit ist. Mit hüpfendem Herz und entspannt ließ es sich motiviert in eine neue Arbeitswoche starten. Und der zur Wochenmitte abgeplatzte Nagellack? Wurde entfernt und nicht ersetzt. Wer braucht schon lackierte Nägel auf dem Spielplatz?!

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Transparenz: Ein Dank für das tolle Retreat. Für diese Hotelreview durfte ich eine Nacht kostenfrei im Gewandhaus übernachten. Dieser Beitrag enthält damit (unbezahlte) Werbung.