Travel Guide / 5 Nicetodo’s in Stockholm

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Hej Sverige! Bei 21 Grad freundlichen Touritemperaturen und Sonnenschein genoss ich in bester Reisebegleitung (Mommy!) eine kurze Elternauszeit. Stockholm besuchte ich nun zum dritten Mal und dachte bereits alle Highlights der Hauptstadt Schwedens zu kennen. Pustekuchen! Hielt ich vor einigen Jahren noch Weekday, Monki und andere h&m-Konsorten für den Inbegriff des Schwedenshoppings, bekehrte mich der Shoppingguide von I love Ponys bei diesem Besuch. Und wer hätte mich besser auf bis zu diesem Kurztripp nicht wahrgenommene, kleine und große Attraktionen aufmerksam machen können als meine Reiseführer belesene Mama?!

Die Highlights eines tollen Mutter-Tochter-Wochenendes habe ich für alle Kurztripper in fünf Nicetodo’s zusammengefasst:

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1. Aussicht genießen // Sollte in Stockholm gleich mehrfach und von verschiedenen Standpunkten auf dem Sighseeingschlachtplan stehen! Für lau: Über die Stufen von Slussen geht es hinauf zum stillgelegten Aufzug Katarinahissen und dem Gondolenrestaurant. Von der Plattform aus hat man eine grandiose Sicht auf das Straßen-und-Schienen-Gewirr von Slussen, das furchtbar-schön mit der Altstadt gleich über die nächste Brücke kontrastiert. Den Monteliusvägen – ein schmaler Weg entlang eines Felshangs in Södermalm – bepilgern nicht nur Touristen in den Abendstunden. Hier prosten auch viele Einheimische mit mitgebrachtem Wein dem Sonnenuntergang und Blick auf die Stadt zu. Danach: Dinner und Drinks auf und um den Mariatorget Platz.

Das kostet: Mit der Skyview-Gondel über das verglaste Dach des Ericsson Globe Stadiums bin ich vor Jahren einmal gefahren – ist witzig, kann, muss aber nicht. Interessanter fand ich bei diesem Stockholmbesuch den futuristischen Anblick der Arena von Höhe der Metrostation Medborgarplatsen aus, deren riesige Kuppel man durch die Häuserschluchten in der Ferne thronen sieht. Das Stadshus in Kungsholmen ist ein beliebter Aussichtspunkt – haben uns zwei Mal an der Ticketkasse versucht, zwei Mal hatten wir Pech. Wer die Stadthausturmbesteigung zu einer bestimmten Uhrzeit plant, sollte Karten im Voraus kaufen – geht allerdings nur vor Ort und am selben Tag. Wartende werden dafür mit fröhlichen Hochzeitsgesellschaften unterhalten. Bräute gucken quasi als Touriprogramm.

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2. Stressfreies Sightseeing // Lag’s an unserer Reisezeit? Insgesamt haben wir – einmal abgesehen von DER Tourigasse in Gamla Stan (Altstadt) – das Häuser, Straßen und Monumente Beschauen in Stockholm als sehr drängel- und stressfrei empfunden. Gefahr von einem Selfiestick erschlagen zu werden liefen wir nur einmal. Zugegeben, wir haben uns sowohl Königspalast als auch Nobel Museum und das Vasa-Begaffen gespart. Die schwedische Architektur und Kultur lässt sich aber auch ganz fein zu Fuß oder zu Wasser beschauen – entlang der zahlreichen Ufer der Inselstadt und vorbei an witterungsbeständigen Bauten oder hinab und hinauf durch steile Gassen und grünbepflanzte Parks.

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3. Fährenfahrt durch den Schärengart‘ // Einen entspannten Gesamteindruck hinterließ Stockholm vielleicht auch auf Grund unseres Ausflugs nach Grinda. Mit der Fähre schipperten wir rund zwei Stunden gen Osten und durch den zentralen Schärengarten. Unser Ziel: Ein mit den „Öffis“ gut erreichbares Inselchen. Natur pur gab es dort, Menschenleere und auch ein bisschen Krimistimmung. Auf dem fünf Kilometer langen Wanderweg hin zum süd-östlichen Aussichtspunkt und zurück begegnete uns nur einmal ein anderes Mutter-Tochter-Gespann. Weder hätten wir auf dem morastigen Weg mit unseren Chucks (und ersten Blasen schon auf dem Hinweg) einen Bösewicht abgehängt, noch hätte man uns in absehbarer Zeit gefunden.

Digitaldetox gefällig? Auf der Miniinsel, deren Attraktionen sich neben den Naturerlebnissen auf einen Bauernhof, zwei Cafés und ein Restaurant beschränken, kann man Zelten oder in kleinen Holzbungalows übernachten.

Tipp: Unbedingt mit einem der beiden Dampfschiffe S/S Storskär oder S/S Norrskär (Mai bis September) fahren! Das macht die Fährfahrt mit rund 18 Euro (hin- und zurück!) zum Erlebnis für wenig Geld. Restaurant und Café an Board bieten außerdem  – mal vom Geierblick auf die Teller der anderen Passagiere geurteilt – ein hervorragendes Mittagessen oder Brotzeit mit einmaliger Aussicht. Steht auf jeden Fall auf meiner Must-do-Liste für den nächsten Stockholm-Aufenthalt. Diesmal hatten wir uns für die Fahrt mit überteuertem Kaffee und Kanelbulle aus dem Café des Grand Hotels am Fähranleger eingedeckt.

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4. Schwedisch essen // Der Reiseführer empfiehlt verschiedene Locations, man findet jedoch auf vielen Speisekarten typisch schwedische Gerichte – die meisten irgendwie mit Fisch und dem Landesgewürz Dill. Außerdem probieren sollte man: Preiselbeerensoße mit echten Beeren und ohne Matsch, Kanelbulle in verschiedenen Gewürzvariationen und Blaubeerkuchen satt bei ausgedehnter Kaffee-und-Kuchen-Zeit alias fika (z.b. im Café Chokladkoppen), Schnuckeltüten im Supermarkt. Die Frage, warum gefühlt überproportional viele Schweden solche heißen Feger sind drängt sich angesichts dieser gelebten Versuchungen umso mehr auf.

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5.  Schwedenshopping: Nicht h&m und Ikea sind gemeint, sondern ein Besuch der Designeroutlets und Einrichtungsgeschäfte. Ich wurde im Acne Archive (DIE Boots!), bei Designtorget (Biokunststoff Geschirr fürs Kind, Himalaya Salz und Reibe für die Küche), Barbers&Books (Bartpflege für den Mann), Face Stockholm (mattes Lippenrostrot) und Mio fündig. Letzteres Geschäft wurde besonders wegen der Lampenabteilung empfohlen und tatsächlich fand ich zwei neue Nachttischlampen aus Messing, die jedoch beim Ausprobieren zu Hause ihren günstigen (eher weniger als mehr letztendlich) Preis erklärten: Kein Schalter und eine der Glühbirnen – an der Kasse ausgehändigt – war mit durchtrenntem Draht Murks. Unbedingt Einkäufe vor Ort prüfen, dann spart man sich Enttäuschung daheim!

Außerdem inspiriert, aber ohne Beute verließ ich den Interior-Laden Granit mit allem Schnick und Schnack für Fans eines minimalistischen Einrichtungsstils, den Concept Store Grandpa und so manchen Antiquitätenladen im In-Viertel SOFO. Das Aplace-Outlet Below mit Labels wie Henrik Vibskov, Minimarket, Stine Goya und Co bis zu 80 Prozent reduziert hatte ich gedanklich als Fundort für eine neue Winterjacke erkoren. Leider unauffindbar – allein deswegen werde ich zeitnah wohl noch einmal wiederkommen müssen!

PS.: Nicht nur weil es mir bei dieser Reise so gut gefiel, planen der Herzbube und ich eine zweite Elternzeit in Skandinavien. Ob Norwegen, Schweden, Finnland oder Dänemark – noch sind wir nicht festgelegt – freuen uns aber riesig über Tipps zum (Langzeit)Reisen mit Kind in diesen Ländern. Was müssen wir sehen/machen/beachten? Wie können wir drei Monate ohne Einkommen refinanzieren? Eure Links, Ideen und Geschichten gerne in die Kommentare oder an julia@nicetohavemag.de!

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Und wo liegen Sehenswürdigkeiten und Shoppingtempel? Hier: