Haarstyling / good hair day

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Schnipp, schnapp Haare ab. Abwechslung auf dem Schopf fanden wir mit dem Wechsel von Sommer zu Herbst nice to have und gönnten uns eine Veränderung der Kopfsituation. Zwei neue Frisuren, zwei Motivationen. Über ein Spontanmakeover mit Folgen und eine lange Suche mit Happy-End:

Julia-Maria

Die Friseurin im Cut-and-Go Salon fragt wiederholt, ob ich den nächsten Schnitt wirklich wolle. Sie ist offensichtlich skeptisch ob meiner Kurzschlussentscheidung. Ich bejahe – schnipp – die Kundin ist Königin – schnapp. Und dann? Flashback zu meinem Ich vor vier Jahren, als ich noch auf Lady Gaga’s Pokerface tanzte. Sogleich werde ich daran erinnert, dass wann immer ich Pony trug dieser nie so fallen wollte, wie ich es mir in den Kopf gesetzt hatte. Akkurat-gerade, voll, Lady Gaga-ish gewünscht? Er liegt in Fransen und mit mittiger Lücke à la Alexa Chung. Und vice-versa – wie eben jetzt.

Was ich bei meiner Pro-Pony Entscheidung auch verdrängt hatte: Er lässt mich fett aussehen. Jaja, Selbstwahrnehmung ist eine Bitch und die grande Dame der Übertreibung. Dennoch: Ein Pony verkürzt optisch das Gesicht. Und wenn man eben keine längliche Gesichtsform oder hohe Stirn hat, dann ist ein voller Pony zumindest nicht vorteilhaft.

Apropos fett – am Morgen nach dem Friseurbesuch drängte sich mir beim Blick in den Spiegel ein weiterer Grund auf, warum Pony und ich jeher eine schlechte Partie waren: Mit schnell fettendem Ansatz in Kombination mit leicht öliger Haut bedarf der Pony mindestens einmal täglich ein Waschprogramm. Nervig!

Ich könnte ewig weiter nörgeln. Wirklich interessant ist aber das Warum. Denn während andernorts Frauen tatsächliche Probleme zu bewältigen haben, befinde ich mich in einem Zustand der Dauerunzufriedenheit aus höchst banalen Gründen.

Also, bitte! Weder hat sich mein Freund getrennt, noch hat mich ein anderes einschneidendes Erlebnis ereilt. Genau genommen passiert gerade nichts. Und da lieht wohl auch die Sehnsucht nach der Friseurschere begraben: Alles läuft mehr oder weniger gut, zumindest geregelt. Aufstehen, Kind fertig machen, zur Kita bringen, an den heimischen Schreibtisch setzen, ein bisschen studieren, ein bisschen arbeiten, Kind abholen, Spielplatz, Abend essen, Glotze. Die wilden Partynächte sind schon lange adé und selbst bei Ausrast-Gelegenheiten sehne ich mich spätestens um Mitternacht in mein Bett. Ich bin angekommen – im Familienleben, im Erwachsenenleben. Die Erkenntnis hinterlässt ein Gefühl von stolz – und manchmal auch Langeweile.

In einem solchen Moment der Langeweile fiel wohl auch meine Entscheidung einen Pony haben zu müssen – gleich, sofort, jetzt. Ein Akt der Rebellion gegen das täglich grüßende Murmeltier. Das energetische, Taten gedrängte und experimentierfreudige Ich ist schließlich immer noch existent.

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Und nun? Ich mag meine neue alte Frisur nicht. Sie will einfach nicht mehr so recht passen. Sie stand mir während durchtanzter Nächte, zwischenmenschlichen Eskapaden und anderen Abenteuern, die man in der Zwischen-Jugend-und-Erwachsenheit-Zeit erlebt. Im Übrigen auch in der Zeit, in der modische Experimentierfreude vor Stilgefühl kam.

Ich will ehrlich sein: Inzwischen bin ich gesetzt, vielleicht eben ein wenig langweilig. Mit diesem Eingeständnis kann ich mich nun mit Freude wieder meinem feinen, in Bahnen verlaufenden Leben widmen. Und darauf warten, dass dieser Pony herauswächst.

Agnes Pauline

Ein bisschen mehr classy und auf jeden fall pflegeleichter sollte es ein. Die Attribute wandelbar, frisch, stylisch und besonders konnte ich schon lange nicht mehr mit meiner langen schweren Matte verbinden. Stundenlanges Trockenföhnen und vergebliches Glätten und Bearbeiten meiner widerspenstigen Haare brachten mich an meine Grenzen. Wo kein Styling länger als 30 Minuten hält, muss dringend etwas Neues her.

In meiner Heimat Hannover habe ich schlicht weg mein halbes Leben nach dem richtigen Friseur gesucht. Von Selbstversuch, über Billigschnitt, bis hin zum teueren Salon war alles dabei. Fündig wurde ich letztlich bei Backstage an der Lister Meile. Fix den Pony nachschneiden? Kein Problem! Neue Haarfarbe? Wir finden, was perfekt zu dir passt! Nicht nur Familie und Freunde zurück zu lassen, ist mir also bei meinem Umzug nach Hamburg schwer gefallen. Auch den mühevoll aufgestöberten Lieblingsfriseur musste ich aufgeben und meine Suche bei Null starten.

Dank dem Tipp neuer Arbeitskolleginnen habe ich zwar ziemlich schnell Input in Sachen Friseur bekommen, habe mich letztendlich doch für einen Alleingang und einen kleineren Salon – der mir dank des tollen Namens „Elbschön“ immer wieder ins Auge gefallen ist – entschieden. Spontanes Make-Over? No way! Fast einen Monat habe ich auf einen Termin trotz langer Öffnungszeiten bis 22 Uhr warten und währenddessen mein Haar mit Reif und Co. bändigen und kaputte Spitzen verstecken müssen.

Das Warten jedoch hat sich gelohnt! Bei Johannes fühle ich mich gut beraten und umtüddelt. Pröbchen und massig Stylingweisheiten inklusive! Da ich oft unsicher bin, was mir steht, verlasse ich mich gern auf die geschulten Augen anderer. Da Johannes auch noch als Stilist tätig ist, fiel mir dies ziemlich leicht!

Gemeinsam haben wir die Entscheidung, mich von meinem langen Haar zu trennen, gefeiert und waren beide gleichermaßen begeistert von dem neuen Ergebnis. Einem guten Friseur merke ich die Begeisterung für seine Arbeit einfach an. Auch die Chemie zwischen uns muss stimmen: Mit wem ich nicht kann, der kann mir auch in Sachen Schopf nicht weiter helfen.

Und ihr, welche Erfahrungen habt ihr mit Ad-hoc-Friseurbesuchen und All-over-Veränderungen gemacht? Habt ihr DEN Friseur schon gefunden?

Newhairday_Pauline