Maske auf / Mund- und Nasenschutz, aber fair & grün!

Maske auf! Die textile Barriere von Mund-Nasen-Schutz aus Baumwolle können die Verbreitung des Coronavirus verlangsamen und sind ein Zeichen von Solidarität. Viele Ethical Fashion Labels bieten bereits solchen Behelfsschutz für Bastel- und Nähunbegabte und helfen sich und anderen über die Krise.

Maske auf, fordert die gleichnamige Initiative mit prominenten Unterstützer*innen, deren Idee lautet: Wenn alle Menschen im öffentlichen Raum Mund-Nasen-Masken tragen, kann die Ausbreitung von SARS-CoV-2 verlangsamt werden. Weil die medizinischen Masken in die Medizin gehören, wird selbst gebastelt. In diesem Kurzclip wird zum Beispiel gezeigt, wie man sich aus zwei Haargummis und einem Bandana (viereckigen Tuch) mit wenigen Handgriffen einen waschbaren “Spuck-Schutz” fertigen kann. Ob ein altes T-Shirt, Tuch oder Staubsaugerbeutel – unter #maskeauf finden sich einige kreative Maskenideen. Eine Nähanleitung für eine Maske aus dem Baumwollstoff der Wahl gibt zum Beispiel von Femnet e.V., die sich auch jetzt in der Corona-Krise für bessere Arbeitsbedingungen von Frauen in der Bekleidungsindustrie einsetzen.

Nun haben nicht alle ein so geschicktes Händchen (oder Lust) sich dem Fertigen und Nähen von Masken zu widmen. Welch ein Glück, dass es bereits viele kleine Ethical Fashion Labels gibt, die kurzum ihre Produktion umgestellt haben und solche Community Masks anbieten.

Neben dem Aufrechterhalten des eigenen Betriebs, widmen mehr und mehr Anbieter*innen die (Teil-)Erlöse Hilfsorganisationen und -projekten, die jetzt besonders auf finanzielle Hilfe angewiesen sind. Mit dem Kauf einer Maske tut man also doppelt Gutes: Man schützt Mitmenschen und unterstützt Direkthelfer*innen.

Support your locals

Dzaino, 2 für 30 Euro, Berlin – “Nasen-Smoking” aus Upcycling-Stoffen

Sophia Schneider-Esleben, 24 Euro, Kassel – Maske aus Bio-Baumwoll-Stoffresten bedruckt mit Aquarellen und Tuschezeichnungen von Paul Schneider-Esleben

Lovjoi, 25 Euro, Dürmentingen – Behelfsmundschutz aus TENCEL Lyocellfasern, ab 3 Masken wird der Stückpreis günstiger

Musswessels, 10 Euro, Hamburg– Im Design-Look aus blau-karierter Seide, plissierter Seide und Kunstfaser, gestreift, kariert, meliert, mit Rautenmuster… und, und, und.

Pünktchen Komma Strich, 16 Euro via Avocado Store, Mainz – Maske aus Bio-Baumwoll-Musselinstoff und auch für Kinder erhältlich

Tizz & Tonic, ab 19 Euro, Bremen – Masken in vielen Farben und tollen Prints (z.B. Moin, Girlstalk und, und, und) vonehmlich aus Biobaumwolle und TENCEL

Dörpwicht, Preis auf Anfrage, Hannover – Masken aus Jeansstoff mit Logo, ohne Logo, wie man mag – folgen bald im Onlineshop!

Doppelt Gutes tun

Goldeimer, 9 Euro – Gefertigt in Hamburg aus Baumwolle und die Erlöse gehen an den Corona Nothilfefonds der Welthungerhilfe

Armedangels, 9 Euro – Made in Portugal aus Biobaumwolle. 2 Euro pro Maske werden an Ärzte ohne Grenzen gespendet und: Mit jedem Einkauf kann man nun 20 Prozent des Umsatzes direkt an den Lieblingsladen weitergeben. Mehr unter #armedangelsalliance!

von Jungfeld, 15 Euro – Man erhält eine Maske selbst und eine weitere wird einem Menschen in Not zur Verfügung gestellt. Wer sich in einer solchen Notsituation sieht, kann hier eine “Soli-Maske” beziehen und bezahlt lediglich die Versandkosten.

Emerald Berlin, keine Preisangabe – Beim Bestellen kann man sich entscheiden, ob der Gewinn an das Label geht oder an Silbernetz gespendet wird. Die 24/7-Hilfshotline unterstützt heute mehr denn je älteren Menschen in Zeiten der Einsamkeit.

Spit Stop, gegen Material- und Geldspenden – Bei Spit Stop handelt es sich um eine Initiative von Nähenden aus Hannover. Miriam Zabek zum Beispiel fertigt normalerweise unter ihrem Label Herdentier vegane Taschen aus Kork & Co. Zur Zeit aber näht sie rund 50 Masken aus Stoff jeden Tag, die kostenfrei an ehrenamtliche Helfer*innen der Obdachlosenhilfe sowie an Obdachlose in den Unterkünften in Hannover verteilt werden. Der Bedarf ist enorm: 150 Masken konnten letzte Woche bereits übergeben werden. Die Liste derjenigen, die noch auf Masken warten, ist aber um ein Vielfaches höher. Gegen Material- und Geldspenden können die Masken hier bestellt werden und in Linden, der Nord- und Südstadt abgeholt werden. Auch ein postalischer Versand ist möglich. Geldspenden fließen ausschließlich in Materialkauf. Einfach anfragen, unterstützen, ein bisschen Liebe und Motivation schenken!

Masken nähen und spenden

Viele weitere gemeinnützige Organisationen und Projekte benötigen zur Zeit Behelfsmasken. Über Makerist wurden bereits über 8.000 gespendete Stoffmasken deutschlandweit vermittelt. Dort findet man sowohl Nähanleitungen als auch Spendenaufrufe in vielen Städten Deutschlands!

Disclaimer: Das muss man über den textilen Behelfsschutz wissen

  • Fremdschutz statt Selbstschutz: Bei Behelfsmasken handelt es sich nicht um medizinischen Mundschutz. Das Tragen dieser Masken soll dabei helfen, dass Verbreiten von Viren zu mindern. Auch wenn die Studienlage zurzeit übersichtlich ist und bisweilen Forschende zu unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich der Wirksamkeit der waschbaren Stoffmasken kommen: Virologen, allen voran Christian Drosten von der Charité Berlin, empfehlen das Tragen von Masken im öffentlichen Raum (Folge 19 des NDR Coronavirus-Update). Auch das Robert-Koch-Institut schloss sich zuletzt an:

“Durch einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder bei der gegenwärtigen Knappheit eine textile Barriere im Sinne eines MNS (sogenannte community mask oder Behelfsmaske) können Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden (Fremdschutz).”

  • Zusatz statt Ersatz: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutz ist eine Ergänzung zu den bestehenden Regeln. Es gelten also weiterhin: Abstand halten, Kontakte vermeiden, Hände gründlich und häufig waschen, in die Armbeuge niesen und husten, das Gesicht möglichst wenig anfassen!
  • Vorsicht statt Nachlässigkeit: DIY-Maske maximal drei Stunden tragen bzw. bis sie durchfeuchet ist, danach bei mindestens 60 Grad waschen oder 5 Minuten auskochen.

Ihr kennt ähnliche lokale Projekte, wie Spit Stop? Ihr fertigt selbst Masken oder kennt faire und grüne Labels, die textilen Mund-Nasen-Schutz anbieten? Kommentiert gerne und Spread the word (not the virus)!