Less waste / Weniger Verpackungen beim Obst- und Gemüsekauf – Anzeige

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Einen Thermobecher oder Einmachglas sowie wiederbefüllbare Trinkflasche vergesse ich nur noch selten, wenn ich aus dem Haus gehe. Auch ein Beutel steckt zumeist in meiner Tasche, in dem ich unterwegs Einkäufe verstauen kann und somit keine Einweg-Tüten neu kaufen muss. Wo es bei meinen less waste Bemühungen noch hapert?

Die gekauften Produkte selbst. Bio? Klaro! Aber die kommen eben nicht selten in einer Menge an Umverpackungen. PACKMEE, ein Unternehmen, welches gebrauchte Kleider- und Textilien sammelt und verwertet, rief mich zu einer Challenge auf: Konsumiere eine Woche lang nur loses Gemüses!

Vor einigen Wochen – als es noch milde und golden-herbstig war – habe ich die Challenge angenommen und die Herausforderung Tag für Tag notiert.

Samstag

Es ist Markttag in meinem Stadtteil und ich kaufe für die kommenden Tage ein. Am Apfelstand bin ich mal ganz experimentierfreudig und bitte um einen von jeder Sorte – aber bitte in meinen Netzbeutel! Für Bohnen habe ich einen wiederverwendbaren Gemüsebeutel mitgebracht.

Sonntag

Heute machen wir für gewöhnlich unseren Wocheneinkauf. Und zwar vom Sofa aus. Denn seit über einem Jahr bestellen wir regelmäßig beim Lieferservice einer großen Supermarktkette. Eigentlich sind wir mit der Zeitersparnis und dem Komfort sehr zufrieden. Mich stört nur: Jede Lieferung hinterlässt zwischen 6 und 12 Papiertüten sowie diverse Obst- und Gemüsetüten und natürlich den üblichen Verpackungsmüll, welchen man im konventionellen Supermarkt frei Haus erhält. Nach einem Mehrwegbehältnis für die Belieferung habe ich mich vor vielen Monaten erkundigt – aktuell bleibt es aber beim Status Quo. Statt der gewohnten Supermarktlieferung nehme ich diese Challenge zum Anlass, endlich einmal bei einem regionalen Bio Obst- und Gemüsekisten Lieferant zu bestellen. Und huch, was bin ich überrascht! Hier kann man nämlich nicht nur regional Erzeugtes kaufen, sondern auch überregional hergestellte Lebensmittel und sogar Reinigungsmittel und Kosmetik in Bioqualität.

Montag

In der Mittagspause radel ich zum Supermarkt um die Ecke, denn ich habe mein Mittagessen vergessen. Die drei Pflaumen und zwei Karotten schmeiße ich lose in meine Tasche und sage Nein zum Plastik-Sackerl. Auf Arbeit angekommen bereue ich meine Entscheidung schon ein wenig, denn eine Pflaume ist aufgeplatzt. Das Fruchtfleisch klebt nun am Taschenfutter. Nicht so schön.

Dienstag

Das liebste Snackgemüse des Kindes ist alle: Statt zur in Folie verpackten Bio-Gurke greife ich im Supermarkt zum konventionellen Produkt. Für den Extra-halben-Kilometer zum Bio-Supermarkt, wo es Gemüse auch unverpackt gäbe, bin ich heute einfach zu faul.

Mittwoch

Liefertag für die Gemüsekiste: Auf unserem Fußabtreter findet sich das Angebot einer regionalen Kiste (Größe Single) mit 300 g Äpfeln, 300 g Birnen, einem Broccoli, 100g Mesklun-Salat, 250 g rote Paprika, einem Bund Rucola, 300 g Süßkartoffeln, 250 g Cherry Tomaten und einem Kolben Zuckermais. Außerdem bestellt habe ich: 1 Kilo bunte Möhren Mischung, sowie die gleiche Menge gelbe Bete, eine Salatgurke, demeter Milch in der Flasche, 10 Eier, Kraut und Rüben Brotaufstrich, 5 Mini Paprika, ein Bund Pfefferminze, 1 Kilo Muskat Kürbis, 5 Stk. Schalotten und ein Men Deo Spray (wir sind ja die heimlichen Entscheiderinnen für unsere Partner, sagt man in Konsumforschung). Meine Rechnung: 48,37 Euro.

 

Zum Abendbrot gibt es gleich eine große Schüssel des Mesklun-Salat, Rucola und Cherry Tomaten und einer Schalotte.

Donnerstag

Für die Brotdose der Tochter schnipple ich Minipaprika, Gurke und Apfel und auch ein Einmachglas für mich befülle ich mit gesunden Snacks. Abends mache ich einen Kürbis-Kartoffel-Auflauf.

Freitag

Zum Mittag nehme ich mir den Rest des Auflaufs mit. Abends koche ich aus der gelben Beete eine Suppe. Mjam!

Round-up: Gemüse & Obst Plastik frei – utopisch oder nicht?

Oft wird zero waste von kinderlos Lebenden medial zelebriert, die mit dem Thema zudem ihr Geld verdienen. Da sieht dann alles ganz einfach aus. In meinem Beitrag Die Utopie von plasticfree habe ich das schon einmal thematisiert. Allerdings muss ich von meiner Skepsis abrücken.

Durch diese Woche habe ich erfahren, dass Plastik frei reduziert einkaufen und Convenience sich nicht grundsätzlich ausschließen. Anbieter regionaler Gemüse- und Obstkisten haben sich in den letzten Jahren zu Allroundern entwickelt, bei denen man – ähnlich komfortabel, wie bei großen Supermarktketten – die meisten Notwendigkeiten für das tägliche Leben frei Haus bestellen kann. Dafür ein Yeah! Die vergleichsweise hohen Preise hätten vielleicht sogar den Effekt (auf mich), dass ich damit beginne, Essenspläne für die Woche zu schreiben. Denn, ich bin mal ehrlich, ein Kilogramm Trauben für 9 Euro schmeisst sich nicht so leicht weg, wie eines, das die Hälfte kostet. Den samstäglichen Marktbesuch könnten wir zudem durchaus wieder als Ritual einführen. Und sofern man saisonal einkauft, endet dieser auch nicht mit einem Loch im Portemonnaie.

Aber auch wer vom Supermarkt um die Ecke nicht abrücken mag, kann an Verpackung sparen. Nirgends steht ein Schild, das Obst und Gemüse lose und ohne dünnes Plastiktütchen aufs Band zu legen und vor Kurzem habe ich mich sogar getraut, Brot und Brötchen in einen mitgebrachten Jutebeutel zu verstauen statt in einer Papier/Plastiktüte. Und dann – ich war gänzlich begeistert – überhörte ich, wie an der Käse- und Fleischtheke eine Einweisung stattfand, wie man hygienisch korrekt auf den Kundenwunsch eingehen könne, die Produkte in die mitgebrachten Behälter zu füllen. Und ich rede hier nicht von einem lokalen, Bio-Kleingeschäft, sondern einer großen Handelskette!

In anderen Momenten war es dann aber auch nicht so einfach.

In anderen Momenten war es dann aber auch nicht so einfach. Dann ärgerte ich mich über den Mehraufwand des Tasche Reinigens und über den zusätzlichen Gang zum weiter entfernten Einkaufsladen bzw. zum „gezwungenen“ Griff zur Nicht-Bio-Gurke. Denn das kann ich nicht von mir weisen: Die Motivation bio zu kaufen, entspringt vor allem dem Gesundheitsgedanken – und zwar für mich selbst und meine Familie.

Trotzdem finde ich: Wenn Gewohnheitsänderungen zunächst auch schwierig sind – einmal angestrengt und verinnerlicht, fällt vieles leicht und noch mehr – erscheint komisch, wenn man es nicht mehr tut. So geht es mir inzwischen mit dem ausschließlichen Neukauf von fair produzierter Mode, sowie dem Verkauf oder der Spende nicht länger genutzter Textilien.

Einmal diese less waste Tür geöffnet, mag ich sie nicht mehr schließen und schaue nun bereitwilliger in anderen Lebensbereichen, wie ich ressourcenschonender Leben kann.

Bei dieser Challenge half mir mein ernst gemeinter Wille mein Müllaufkommen zu reduzieren. Einmal diese less waste Tür geöffnet, mag ich sie nicht mehr schließen und schaue nun bereitwilliger in anderen Lebensbereichen, wie ich ressourcenschonender Leben kann. Mein Weg geht also Schritt für Schritt, statt gesprintet. Dabei nehme ich mir vor, mich über gelegentliche Rückschritte nicht zu ärgern. Stattdessen will ich sie bewusst wahrnehmen und mich fragen: Wie kann ichs nächstes Mal besser machen?

Mitmachen: Plastikfrei Challenge

PACKMEE, das Textilrücknahmesystem im Karton möchte mit Verstärkung von Esther und Anna von Die Konsumentin und Nicetohave Mag Nachhaltigkeit über die Art, wie wir Mode konsumieren und verwerten hinaus weiterdenken. Gemäß dem Leitgedanken kleine, aber viele Schritte bewegen die Massen, forderte PACKMEE in den letzten Wochen seine Unterstützer*innen zu Plastikfrei Challenges heraus und rief zum Verzicht auf Einkaufstüte, PET-Flasche und Coffee-to-go Becher auf. In dieser Woche lautet die Herausforderung: Gemüse lose kaufen.

Ich gebe die Challenge weiter an euch und hoffe, mit meinen Erfahrungen vielleicht schon ein wenig weiterhelfen zu können. Noch mehr Motivation gefällig?

Kommentiert unter diesem Post, wenn ihr mitmachen möchtet. Unter den Mitstreiter*innen verlose ich gemeinsam mit PACKMEE ein Set drei unterschiedlicher Gemüsebeutel aus Baumwolle für euren verpackungsfreien Obst- und Gemüseeinkauf.

Verdoppeln könnt ihr eure Gewinnchancen ab morgen. PACKMEE verlost dann nämlich ebenfalls ein Beutel-Set über seine Facebook Seite.

Über Packmee

PACKMEE wurde 2012 gegründet und ist seit Dezember 2015 eine Marke der Texaid-Gruppe. Das Unternehmen bietet mit PACKMEE eine Lösung der Kleiderwiederverwertung an, die mit dem Deutschen Roten Kreuz zusammenarbeitet und Erlöse auch in diese karitative Einrichtung ausschüttet. Textilien, die nicht mehr verwendet werden könnt ihr versandkostenfrei an PACKMEE senden und spenden. Antworten auf wie, wofür und alle anderen W-Fragen findet ihr bei PACKMEE.

Teilnahmebedingungen: Verlost wird 1×1 Set mit Gemüsebeuteln. Das Gewinnspiel endet am Sonntag, den 02.12.2018, um 00:00 Uhr. Der/die Gewinnerin wird per E-Mail benachrichtigt. Teilt die/der GewinnerIn innerhalb von 14 Tagen nicht ihre/seine Adresse an hi@nicetohavemag.de mit, verfällt der Gewinn. TeilnehmerInnen unter 18 Jahren benötigen die Erlaubnis der Eltern. Das Gewinnspiel gilt nur für TeilnehmerInnen mit Wohnsitz bzw. Postadresse in Deutschland. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden.