Outfit / Conscious Carmen

NicetohaveMag_hmconscious_Mallorca_EsTrenc_CarmenbluseNeulich wurde ich in ein Seminar eingeladen, um vor PR-Studierenden über gelungene Bloggerrelations zu plaudern. Neben ganz grundsätzlichen Do’s und Dont’s der Ansprache und Kooperation mit Bloggenden, kam auch die Frage auf, was ich von davon halte, wenn Textilgiganten das Thema Nachhaltigkeit in ihrer Produktkommunikation aufnehmen.

Eine spannende Frage! Meine Antwort: Dass Greenwashing-Vermutungen schnell laut werden, sobald sich Big Player der nachweislich „schmutzigen“ Textilindustrie mit grünen Etiketten schmücken, kann ich nachvollziehen. Ich finde aber auch, dass der Konsument sehr wohl die Verantwortung trägt, seine Kaufentscheidungen zu hinterfragen. Wer also – wie ich – das himmelblaue Carmenblüschen aus der aktuellen Conscious Collection von h&m kauft, sollte dem Claim „conscious“ als Aufforderung verstehen und sich bewusst (engl. conscious) machen, was an dem Kleidungsstück denn nun eigentlich grün ist (und was nicht). Nämlich: Die Verwendung von biologisch angebauter Baumwolle als Materialrohstoff und damit nur einer von vielen Teilschritten in der langen Textilkette. Der Kauf eines Teils aus Biobaumwolle macht mich nicht zum Umweltretter; der Verkauf dieses Teils macht ein Unternehmen nicht zum Altruisten.

Aber, und das ist wichtig: Textilkonzerne wie die hm Group machen einen großen Teil der globalen Textilproduktion aus. Ihre Produkte und die einhergehende Kommunikation erreicht Millionen von Menschen. Selbst der größte Umweltignorant und Fast Fashion Fan wird beim Schweden früher oder später auf die grünen Schilder an seinem neuen Trendteil aufmerksam werden – und sich hoffentlich fragen, was es damit auf sich hat.

Natürlich reicht es nicht, einige Prozent seines Textilaufkommens auf einem biologisch angebauten, nachwachsenden Rohstoff basieren zu lassen, um den mentalen Stempel „nachhaltig“ zu verdienen. Es ist der Beginn einer Bemühung, die hoffentlich nicht bei der ökologischen Verantwortung endet, sondern zukünftig auch faire Produktionsbedingungen umfassen wird. Dafür würde ich im Übrigen auch ein Vielfaches des aktuellen Verkaufspreises von 9,90 Euro bezahlen.

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Merci an Nadine von Beautyressort für die Bilder <3

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