Let’s talk about / Schön ohne Konventionen

Es ist erschreckend wie viele vermeintliche Beauty-Trends sich in der letzten Zeit nicht nur in den sozialen Medien wie Instagram und Co. auftun. Da wäre die beliebte thigh gap – also die Oberschenkellücke – das „zeig-dein-abstehendes-Schlüsselbein“-Syndrom a.k.a. #collarbone, die neue Super-XS Kleidergröße von Abercrombie & Fitch oder der Trend bei dem sich Mager-Mädchen mit Fastfood in der Hand fotografieren lassen. Wir sagen: von wegen #youdidnoteatthat! Auch während der letzten Fashion Week in Berlin waren für unseren Geschmack noch zu viele Size-Zero-Mädchen auf den Laufstegen zu sehen. Diese angestrebten Schönheitsideale führen dazu, dass alle gleich aussehen: eine homogene Masse aus dünnen Gerippen, mit abstehenden Schlüsselbeinen und Oberschenkellücken mit Fastfood in der Hand und bunter Sportkleidung.

Da ist es umso schöner, dass es mutige Frauen gibt, die nicht diesen Idealen entsprechen und zu ihren Schönheitsfehler stehen. Und sie haben damit sogar Erfolg. Unser Vorbild ist derzeit die 19-jährige Chantelle Brown-Young, die mit ihrer Pigmentstörung und dem Selbstbewusstsein, mit dem sie mit ihrem „Makel“ umgeht, alle begeistert und auf dem besten Weg ist Americas Next Topmodel zu werden. Davon könnten wir uns alle eine Scheibe abschneiden.

Wenn ich in meinem Freundeskreis nach Schönheitsfehlern frage, kann mir jede Freundin eine lange Liste nennen. Fast jede von ihnen hat auch eine von diesen dünnen Mädchen mit auseinander stehenden Oberschenkel in bunten Free’s auf Instagram abonniert. Die neuen Schönheitsikonen? Ich folge diesem Trend zwar nicht, habe natürlich dennoch eine Fülle von Verbesserungswünschen für mein Äußeres. Dabei ist ‚Anderssein‘ das Schönheitsideal an das man sich halten sollte. Das haben bereits Cindy Crawford und Sarah-Jessica Parker mit ihren berühmten Leberflecken gezeigt oder Kate Hudson mit ihrer kleinen Oberweite und ihren abstehenden Ohren. Auch die, die wegen ihrer Zahnlücke damals nicht zum Zahnarzt gegangen sind, dürften deshalb nicht mehr traurig sein. Für Vanessa Paradis – die mit ihrer Zahnlücke einst Super-Hottie Johnny Depp verzauberte – Jessica Hart oder Lindsey Wixson ist dieses sympathische Schönheitsmakel zum Markenzeichen geworden. Auch unsere Stilikonen zeigen, dass Schönheit ein relativer Begriff ist. Sie haben keine 90/60/90 Maße, sind meist über die 50 und haben Fältchen. Und doch schaffen sie es alle Blicke auf sich zu ziehen. Es ist ihr stilvolles Auftreten, das sie schön und einzigartig macht.

Makellos sind wir nicht und das ist gut so! Wir haben uns entschieden zu unseren Nasen, Ohren, Brüsten, Zähnen und Co. zu stehen und mit Stil und Selbstbewusstsein damit aufzutreten. Das ist ab jetzt nice-to-have. Und wenn es das ein oder andere gibt, das wir mit gesunden, nicht-invasiven Methoden wie Sport oder Ernährung ändern können – wie uns ab jetzt Julia-Maria zeigt – dann ist das völlig legitim und unterstützenswert! Schönheit ist schließlich eine Einstellungssache, die von innen kommt!

Zu welchem Schönheitsfehler steht ihr ab heute?

 

Schönheitsmakel