FEATURED / Hannover Fashion Weeks X Nicetohave Mag

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Die hannoverschen Mode- und Lifestyleblogger – ohja, es gibt sie – scheinen Einsiedler zu sein. Könnte man meinen, denn von einer Szene lässt sich nicht so recht sprechen (anders im Übrigen die Instagram-Community). Hier und da gibt es enthusiastische Versuche ein Netzwerk aufzubauen, es folgen – wir haben bisher nur distanziert beobachtet – eher wenig besuchte analoge Treffen.

Groß war daher unsere Freude, als wir vom Launch des Hannover Fashion Weeks Magazins hörten. Das Online-Magazin hat sich auf die Fahne geschrieben, die (btw nicht nur) modetechnisch häufig unterschätzte Landeshauptstadt Niedersachsens zu promoten. So findet man dort Backstageberichte zu den Abschlusspräsentationen der lokalen Modeschulen (3!), Kollektionsneuheiten ihrer Offsprings und Interviews mit hannöverschen Designern und anderem szenerelevantem Volk. Mit uns beispielsweise.

Halb analog, halb virtuell plauderten wir im Interview vor allem über die Frage: „Hannover – ein Modestandort?“. Dass das Fragezeichen einem Ausrufezeichen weichen sollte, wird spätestens nach der Aufzählung unserer lokalen Lieblingsdesigner klar, die dank der lauten Kommunikation der Trailer Trash Mädels schon an so manches Modeliebhaberohr gedrungen sein dürften.

Ein bissl lauter könnte das Grundrauschen jedoch noch werden. Und interdisziplinärer. Hier treffen sich ein paar Designer zur Wirtschaftsförderung, da ein paar Online-Kommunikatoren. Unternehmen und lokaler Einzelhandel diskutieren auch – bisweilen sogar mit Bloggenden, aber nur auf deren Initiative hin. Ein Kickoff mit Furore, ein Knallpeng, der alle losen Teilchen zusammenbringt, steht noch aus.

Auch freut uns, dass man Pauline und mich als Expertinnen in Dingen Fashionblogging befragte: Was einen guten Modeblog denn ausmache?

Pauline und ich waren uns recht einig:

[…] Outfitposts mit den aktuellen Kollektionen der gängigen High Street Labels sind sehr erfolgreich. Ich verspüre dabei allerdings nichts als Langeweile. Möchte ich sehen, wie die Keypieces von H&M, Zara & Co. angezogen aussehen, werfe ich einen Blick in deren Lookbook oder den entsprechenden Kampagnenfilm. Der allgemein überstrapazierte Begriff Authentizität kann für Mode- und Lifestyleblogger gar nicht hoch genug gehalten werden […]“ – Julia

Mode soll Spaß machen und das soll man auch sehen! Außerdem, Professionalität an der Sache: Recherchierte Inhalte und Fotos, bei denen ich selbst Lust auf mehr bekomme. Am wichtigsten ist aber ein eigener Stil! Mir persönlich kommt es nicht darauf an jeden Tag die neuesten Mode-Items zu sehen. Übermorgen sind die meist ohnehin wieder vergessen. Ich möchte Charakter sehen, was zusammengestellte Outfits, aber auch Inhalte und Schreibstil angeht. Das Gefühl, einen Blogger beim Lesen seines Blogs “kennenzulernen” ist extrem wichtig.“ – Pauline

Das ganze Interview lest ihr hier. Mit merci an Rüdiger.

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